Marianne Cimbollek und Lydia Icke-Schwalbe erhalten die Ehrennadel der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V.

Der Dachverband der Deutsch-Indischen Gesellschaft veranstaltet am 27. September seine 61. Jahreshauptversammlung im Aachener Rathaus (9.00 – 13.30 Uhr). In diesem Rahmen wird am Samstag die Ehrennadel der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V. an Marianne Cimbollek und Dr. Lydia Icke-Schwalbe verliehen.

Die Deutsch-Indische Gesellschaft hat die Ehrennadel zur Auszeichnung von Persönlichkeiten geschaffen, die sich um die Ziele der Gesellschaft in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Marianne Cimbollek war maßgeblich an der Bildungsarbeit des Bundesverbands, insbesondere an der organisatorischen Betreuung des Schulbuchprojekts des Gesamtverbands Indien – Wege zum besseren Verstehen, TERRA-Unterrichtsmaterial, Klett-Perthes Verlag, Gotha, Stuttgart 2002, beteiligt. In Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg sowie namhaften Wissenschaftlern und Pädagogen wurde eine Neukonzeptionierung von Lehrmaterial zu Indien erarbeitet. Als Ergebnis erschien eine fächerverbindende Materialsammlung zur Projektarbeit Indien. Gleichzeitig stellte die Zweiggesellschaft Darmstadt-Frankfurt einen „Schulkoffer“ mit Anschauungsmaterialien zum Thema Indien zusammen, der bei Bedarf von Schulen entliehen werden kann.

Marianne Cimbollek hat im Vorstand der Zweiggesellschaft Darmstadt-Frankfurt seit 1990 eng mit Frau Hanna Paulmann zusammengearbeitet. Die bis 1998 vor allem von Frau Paulmann getragene Hauptarbeit übernahm ab deren Rücktritt 1998 Marianne Cimbollek. Ihrem selbstlosen Engagement und ihren organisatorischen Fähigkeiten ist es zu verdanken, dass die DIG Darmstadt auch mit stark begrenzten finanziellen Mitteln weiterhin ein ansprechendes Programm mit positiver Resonanz des Publikums gestalten konnte. Im Jahr 1999 wurde Frau Cimbollek zur 2. Vorsitzenden der DIG Darmstadt gewählt. Bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Vorstand im Februar 2010 gestaltete sie – in Zusammenarbeit mit der Kulturbeauftragten der Zweiggesellschaft Josephine Ottermann, ein interessantes, abwechslungsreiches und qualifiziertes Programm. Besondere Freude bereitete ihr die Organisation von insgesamt sieben Indienreisen, die sie alle zwei Jahre für die DIG organisierte und leitete.

Bei der Vielzahl der Aktivitäten mit einem herausragenden Engagement sollen hier nur die Veranstaltungen und die Kooperation mit anderen Organisationen, wie der Centralstation, dem Staatsarchiv sowie verschiedenen Kirchen und Schulen genannt werden.

 

Dr. Lydia Icke-Schwalbe ist seit 1991 Vorsitzende der Zweiggesellschaft Dresden und seit 2001 Mitglied des Bundesvorstands (1. stellv. Vorsitzende).

Nach ihrem Studium der Ethnographie, Geschichte und Indologie an der Humboldt-Universität zu Berlin begann sie 1964 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Staatlichen Museum für Völkerkunde Dresden und baute hier ein ethnographisches Forschungszentrum für Südasien auf der Basis kulturhistorischer Zeugnisse in den Museen in Dresden und Leipzig auf, als Leiterin der Abteilung Bibliothek, Literatur und Dokumentation forcierte sie den Auf- und Ausbau des internationalen Schriftentausches und der akademischen Kommunikation weltweit und war maßgeblich für den Ausbau der forschungsverbundenen Fachbibliothek verantwortlich. 1977 folgte die Promotion zur historischen Klassifikation der Stammesbevölkerung (scheduled tribes and scheduled castes) in Indien an der Martin-Luther-Universität Halle, verbunden mit postgradualen Studien in Tibetologie und Kulturgeschichte Japans (in Leipzig).

Von 1989 bis zur Pensionierung 2006 war sie Kustodin für Süd- und Ostasien am Museum für Völkerkunde Dresden, seit 2004 im Rahmen der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen und von 1990-2001 als Abteilungsleiterin für Forschungsorganisation/ Publikationen zuständig. Neben ihrer umfangreichen Lehrtätigkeit mit zahlreichen Gastvorlesungen und ethnologischen Seminaren im In- und Ausland, entstanden eine große Anzahl spezifischer Publikationen als Diskussionsbeiträge in Indien, Deutschland und Ost-Europa (Ungarn, Russland/SU) und Rezensionen sowie zahlreiche thematische Ausstellungen zu Studiengebieten in Indien und Japan, teilweise mit Begleitpublikationen.

Sie ist Mitglied der Internationalen Union für Anthropologische und Ethnologische Wissenschaften (IUAES), Mitglied bei ICOM-Deutschland, Arbeitsgruppe ICME und Mitglied der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Sachsen.

In Ihrer Funktion als Mitglied im Bundesvorstand der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V. hat sie mit ihrem großen persönlichen Engagement 13 Jahre lang die Arbeit der Zweiggesellschaften betreut und maßgeblich einige herausragende Kulturprogramme organisiert; besonders zu nennen ist die anlässlich des 150. Geburtstags Rabindranath Tagores organisierte Festveranstaltung 2011 in Dresden und die in diesem Zusammenhang entstandene Publikation „Bengalen und Sachsen: Tagore in Dresden“, Dresden 2012. Durch ihre Expertise, dokumentiert in zahlreichen Artikeln der Publikationen der Gesellschaft und ihr konstruktives Wirken prägte sie die Arbeit des Bundesvorstands maßgeblich mit.

Publikationen (Auwahl):

Das Schwert des Samurai. 1977, 1979
Die Munda und Oraon in Chota Nagpur. Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft. Berlin 1983
Die Erzählungen von Vishnu. Leipzig-Weimar 1989
Wissenschaftsgeschichte und gegenwärtige Forschungen in Nordwest-Indien/Ladakh. 1990
(Herausgeber mit Beitrag)
Andamanen und Nikobaren – ein Kulturbild der Inseln im Indischen Meer. Dresden-Münster 1991 (Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung)
Indien durch den Schleier (mit Birgit Breitkopf und Tripti Pandey). Dresden 1997. (Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung)

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