Uraufführung : Stephanie Bosch spielt Konzert für Bansuri und Streichorchester von Karsten Gundermann – Improvisation trifft Komposition

#2 Nacht
Donnerstag, 13. November 2014, 20.00 Uhr

„Nacht- Raga“

 

Im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin

Die Bansuri-Virtuosin Stephanie Bosch (disciple von Pt.Hariprasad Chaurasia) trifft auf das Deutsche Kammerorchester Berlin mit einem exotisch außergewöhnlichen Projekt

Programm:

  1. Henry Purcell „Suite from Abdelazer“
  2. Antonio Vivaldi „ La notte“, Konzert fürTraversflöte, Streicher und Basso continuo g-moll op.10 Nr.2 RV 439
  3. Luigi Boccherini „La musica notturna delle strade del madrid“ op.30 Nr.6 G324
  4. Karsten Gundermann: „Nacht-Raga“ (UA) Konzert für Bansuri und Kammerorchester
  5. John Dowland „In this trembling shadow“
  6. Peter Warlock “Capriol Suite”

Bansuri, Traversflöte: Stephanie Bosch (2. & 4.)

Tabla, Pakhavaj: Sandip Bhattacharya (4.)

Tanpura: Kamala Muley (4.)

mit dem Deutschen Kammerorchester Berlin (Violine: Hannah Perowne) (1.- 6.)

Einführung: 19:15 Uhr

tickets@dko-berlin.de, Telefon: (030)32608612, www.dko-berlin.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen

 

Die Nacht fasziniert Literaten, Maler und Komponisten von jeher und zieht Künstler aller Epochen aufgrund ihrer dunklen, mystisch-schattenhaften, manchmal bedrohlichen Seiten magisch an. Wachen und Träumen, Schlaflosigkeit und sorgenvolle Schwere, aber auch Müßiggang, Erholung und sanfte Geborgenheit in den Weiten der Nacht werden in musikalische Bilder gebracht. Boccherinis Nachtwachen, die Hüter Madrids,
leeren die Straßen. Vivaldis Flötenkonzert lässt uns an den verschiedenen Phasen des Schlafs teilnehmen, die sich tonmalerisch bis in exzentrische Traumepisoden hineinsteigern. Purcell, Dowland und Warlock kreieren in alter wie neuer »Englishness« Sphären zitternder Nachtschatten und höfischer Tanzabende. Karsten Gundermann wiederum geht mit seinem Flötenkonzert einen anderen Weg: Er porträtiert auf Basis eines Nacht-Ragas, wie die unterschiedlichen Tageszeiten sich in den feststehenden Tonskalen der indischen Musik spiegeln.

Stephanie Bosch und Karsten Gundermann sind sich erstmalig vor ca. 3 Jahren bei der Aufführung der Barockoper Le Cinesi begegnet. Seitdem arbeiteten sie gemeinsam an der Idee eines Konzertes mit indischer klassischer Musik und Orchester.

Bei diesem Projekt geht es darum, Improvisation mit Komposition gleichzeitig zu verbinden sowie zwei Kulturen miteinander verschmelzen zu lassen. Intensiver Austausch und kontinuierliche Auseinandersetzungen waren nötig, um das Konzert für Bansuri und Orchester langsam wachsen zu lassen. Basis bildet ein indischer Nacht-Raga, dessen authentisch klassische Form und Struktur weitgehend erhalten bleibt. Und dennoch entsteht etwas völlig Neues, getragen von nächtlicher Atmosphäre…

Stephanie Bosch, Bansuri & Traversflöte

Die Solistin Stephanie Bosch ist eine auch in Indien hoch geschätzte Virtuosin auf der Bambusflöte (Bansuri).

  • Sie hat bei dem charismatischen Bansuri -Virtuosen Hariprasad Chaurasia studiert, einem der international namhaftesten Indischen klassischen traditionellen Musiker. Die Begegnung mit dem „living legend of Bansuri“ und die Faszination der indischen Bambusflöte führen Stephanie Bosch als sein „disciple“ seit 1998 regelmäßig zu ihm nach Mumbai und Rotterdam.
  • Nach alter Guru-Shishya Tradition konzertierte sie mit ihrem Lehrer bisher u.a beim WDR und in der Philharmonie in Köln, beim Jazz-Festival Moers, beim Jerusalem Festival of Music sowie in Italien und in den Niederlanden.Solokonzerte führten sie bislang von Europa nach Guatemala, Indien, Sri Lanka und Pakistan.

Highlights sind u.a. Einladungen der niederländischen Botschaft zu einer Tour nach Pakistan mit mehreren Konzerten 2005, der Gundecha Brothers zum Festival ´Pratishruti´ nach Bhopal, Indien, 2006 und des Deutschen Konsulats nach Mumbai und Goa, Indien, 2010. Im Rahmen der Reihe „Klangkosmos Weltmusik“ tourte sie 2007 durch NRW. Es entstanden Aufnahmen und Interviews beim WDR. Im selben Jahr postgraduierte sie summa cum laude zum ´Master of Performing Arts´ auf der Bansuri in Rotterdam bei Pt. H.Chaurasia. Daraufhin erhielt sie ein Stipendium für „außergewöhnliche künstlerische Leistungen und Talent“. 2009 entstand eine Solo-CD.

Als erste nicht-indische Musikerin trat sie 2012 im indischen Fernsehen in der Sendung „Idea Jalsa -Music for the soul“ auf. Im selben Jahr war sie Gast bei WDR 3 „Tonart“ mit barocker Kammermusik sowie Indischer Klassik.

Stephanie Bosch studierte zunächst in Köln/Wuppertal und in Rotterdam Block- und Traversflöte, wo sie ihr Konzertexamen mit Auszeichnung abschloss und besuchte zahlreiche Meisterkurse für historische Aufführungspraxis. Besondere Impulse bekam sie von Barthold Kuijken. Sie ist Solistin und Kammermusikerin und spielt in verschiedenen Barockorchestern wie dem Telemannischen Collegium Michaelstein, La Banda und L’arte del mondo.

Sie ist zudem passionierte Pädagogin, erteilt Instrumentalunterricht und gibt Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Stephanie Bosch ist eine Flötistin in Balance zwischen den Kulturen, eine vielseitige Künstlerin mit virtuosen sowie lyrischen Interpretationen und Improvisationen; traditionell, authentisch und experimentierfreudig zugleich. Ihr Atem verwandelt den Ton in Klang, der Grenzen aufhebt.

Neben klassischen Konzerten experimentiert sie mit Interkulturellen Projekten, die zeigen, dass Musik die Sprache ist, die Menschen verbindet.

Die Beschäftigung mit Alter Musik sowie Indischer klassischer Musik prägt ihren Ausdruck.
www.stephaniebosch.com

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Sandip Bhattacharya

Sandip Bhattacharya, Tabla & Pakhavaj, geboren und aufgewachsen in Benares, dem ältesten Kultur-und heiligen Zentrum Indiens, ist ein namhafter und gefragter Tablaspieler und Virtuose unter den indischen Musikliebhabern. Seit frühester Kindheit stand Sandip in engem Kontakt mit einigen der berühmten Interpreten der klassischen indischen Musik. Sie prägten sein musikalisches Denken. Während einige dieser Meister ihn das Wesen und die Details der klassischen indischen Tradition lehrten, inspirierten ihn andere, wie Pandit Ravi Shankar, neue musikalischen Bereichen zu erkunden.

Sandip konzertierte und machte CD Aufnahmen mit indischer klassischer Musik mit vielen seiner größten Exponenten, darunter Pandit Hariprasad Chaurasia, Pandit VG Jog, Pandit Buddhadev Dasgupta, Lakshmi Shankar, Shujaat Hussain Khan, Buddhaditya Mukherjee, Ustad Munawar Ali Khan, Sruti Sadolikar, Tarun Bhattacharya, Ustad Hafiz Khan, Meeta Pandit, Prabha Atre, Pandit Ulhas Bapat, Ashok Pathak u. v. a.

Sandips Stil, basierend auf jahrelangem intensiven Trainings unter fachkundiger Anleitung seines Guruji Pandit Ishwar Lal Misra, steht in der Tradition des legendären Tabla-Meisters Pandit Anokhelal Misra. Neben der Beherrschung der typischen Benares Gharana, studierte Sandip den Farukhabad und Ajrara Stil mit Pandit Arvind Mulgaonkar, der wiederum ein Schüler von Ustad Ahmadjaan Thirakawa und Ustad Amir Hussain Khan war.

Charakteristische Eigenschaften von Sandips Stil sind die unterschiedliche Klangqualitäten sowie klarer Ausdruck und Präzision in jedem einzelnen Detail der Rhythmus-Patterns. Er bringt die Tabla zum singen und sprechen. Jeder einzelne „bol“ (Silbe) wird mit Freude lebendig. Sein Spiel besticht Zuhörer, er überrascht mit seinen Ideen und dem fließenden Rhythmus. Dank seines selbstbewussten Umgangs mit Musik er ist ein geschätzter Solist und Begleiter in vielseitigen musikalischen Bereichen und immer offen für Experimente. Sandip lebt in Amsterdam.

www.sandip-tabla.com

Karsten Gundermann 1966 in Dresden geboren, lebt als freischaffender Komponist in Hamburg.

Er besuchte die Kinderkomponistenklasse von Hans Jürgen Wenzel und studierte anschließend an der Dresdner Musikhochschule bei Udo Zimmermann.

Ab 1990 studierte er an der Nationalakademie für Chinesisches Theater in Peking. 1993 komponierte er dort die Peking-Oper Die Nachtigall nach einem Märchen von Hans Christian Andersen. Die Oper wurde im Jahre 2010 im Rahmen des Rheingau Musik Festival im Palais am Zoo in Frankfurt am Main aufgeführt.[1]

2003 komponierte er im Auftrag des RIAS Kammerchores und von Concerto Köln die Chinesisch-deutschen Jahres- und Tageszeiten nach Goethes gleichnamigem Gedichtzyklus. Im Juni 2010 wurde seine kompositorische Bearbeitung von Le Cinesi, eine Barockoper mit Musik von Christoph Willibald Gluck und einem Libretto von Pietro Metastasio, bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci uraufgeführt.

19.15 Uhr Einführung

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