Literatur aus Kerala (Südindien)

 

Ein Übersetzungsprojekt –  Jose Punnamparambil  

Kerala und Deutschland hat eine Geschichte von  ueber 500 Jahre Beziehung und Zusammenarbeit, insbesondere bei der Entwicklung und Foerderung der Malayalam Sprache und Literatur. Drei deutsche Missionare, Hanxleden (Jesuit aus Osnabrueck), Gundert ( Baseler Missionar) und Nagel (Lutheraner aus Basel) haben in Kerala zwei bis drei Dekade aufgehalten, die Sprachen Sanskrit und Malayalam grundlich  gelernt und durch ihre fundierte Werke dazu beigetragen, die Malayalam als eine moderne, schoepferische Sprache zu entwickeln. Seit 1967 sind die Malayalis in Deutschland dabei, die Arbeit der Missionare hierzulande fortzusetzen durch eigene Publikationen in Malayalam, mit kreativem Schreiben in dieser Sprache und durch Seminare, Diskussionsveranstaltungen etc. Die neusten Initiativen in diesr Tradition sind die Gruendung von Gundert Malayalam Chair an der Tuebingen Universitaet in Oktober 2015 zusammen mit der Thunchath Ezhuthachan Malayalam Universitaet, Tirur, Kerala  und das Uebersetzungsprojekt dieser der letzteren  Universitaet, das im Oktober 2016 auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde.

Kerala wurde auf Basis der Malayalam Sprache zwar am 1.11.1956 gegruendet, aber die erste Regierung kam zu Stande im Fruehjahr 1957- also vor 60 Jahren. Die erste Malayalam Zeitschrift ” Nadan Kathu” (Heimatbrief) in Deutschland ( ueberhaupt in Europa!) wurde 1967 gegruendet- also vor 50 Jahren. Und Indien feiert sein 70. Tag der Unabhaengigkeit in diesem Jahr. Anlaesse genug, die deutsch-indische Zusammenarbeit im Bereich Entwicklung und Foerderung der Malayalam Sprache und deren Literatur zu wuerdigen.

Nach der Frankfurter Buchmesse 2006, bei der Indien das Schwerpunktland war, gab es unterschiedliche Bemühungen seitens Liebhabern indischer Literatur in Deutschland wie auch des indischen Kulturministeriums, die Gegenwartsliteratur Indiens in Regionalsprachen hierzulande zu fördern und einem breiteren Teil der deutschen Lesern zugänglich zu machen. Dabei waren die folgenden Gedanken, u.a., ausschlaggebend:

Wir leben heute in einer entscheidenden Phase der Geschichte, in der die Globalisierung die Spielregeln und Paradigmen für das internationale Zusammenleben bestimmt. Die jahrhundertelang herrschenden Normen, Werte und Glaubensgrundsätze, die hauptsächlich aus dem Westen stammen, können nicht mehr als zeitgemaess und universal geltend  betrachtet werden. Völker und Länder mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln haben auch den Anspruch und  die große Chance, mit ihren eigenen Ideen, Erfahrungen und Einsichten grundlegend zur Entstehung einer nachhaltigen und universell tragbaren Weltordnung beizutragen.

Literatur ist ein mächtiges Medium, das die kulturspezifischen Erfahrungen, Sehnsüchte und Anschauungen eines Volkes am besten artikuliert und besonders nachhaltig transportiert; sie vor allem kann bei der Entstehung  eines neuen Weltethos, in dem alle Völker einen gerechten Platz haben, eine Schlüsselrolle spielen. In besonderer Weise trifft dies auf die Literaturen Indiens in den Regionalsprachen zu, sprechen diese doch für weit über eine Milliarde Menschen dieser Welt. Die Voraussetzung dafür allerdings ist, dass wir uns redlich darum bemühen, diese Literaturen Menschen anderer Sprachzugehörigkeit in den anderen Teilen der Welt durch qualitativ gute Übersetzungen und durch effektive Förderungsmaßnahmen zugänglich zu machen.

Obwohl wir schon einiges in den letzten Jahren durch Bemühungen von Privatinitiativen wie Draupadi Verlag (fokussiert auf Indien), dem Literaturforum Indien e.V und Meine Welt (Zeitschrift des deutsch-indischen Dialogs) etc. erreicht haben, blieb das angekündigte Großprojekt der indischen Regierung „Indian Literature Abroad“  leider ein ungeborenes Kind. Ein so  groß angelegtes, nachhaltiges Programm zur Förderung der Regionalliteratur Indiens das von Deutsch-Indische Gesellschaft stark unterstuetzt wurde konnte auch in Deutschland selbst, trotz jahrelange Bemuehungen,  nicht auf die Beine gestellt werden.

Es ist in diesem Kontext dass die Malayalam Universität Tirur, Kerala, ein Übersetzungsprojekt initiiert und ein Katalog von 98 Werken von namhaften Autoren der Gegenwartsliteratur in Malayalam Sprache erstellt hat. Das erste Buch aus diesem Katalog „ Pandavapuram“ ein Roman von dem bekannten Schriftsteller ‚Sethu‘ wurde am 19-10-2016 auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert und gleichzeitig das Übersetzungsprojekt  eröffnet. Der Roman “Pandavapuram”, vielmals verlegt in der Originalsprache Malayalam und seit Anfang der Veroeffentlichung ein “Bestseller” in Kerala, beschaeftigt sich mit dem folgenden Thema:

Alle unsere Wünsche,Gedanken und Emotionen sind heute von der Gesellschaft so festgelegt, wie es in ihre Konventionen passt. Aus dieser streng überwachten Eingrenzung der gesellschaftlichen Moral rettet sich Devy, die Protagonastin des Romans,  in eine neue Wirklichkeit, geschaffen durch ihre sexuelle Fantasie und dem Verlangen nach Freiheit und Selbstbestimmung. Der Roman hat  in diesem Sinne  auch eine feministische Dimension. 

Verleger im deutschsprachigen Raum, die an der Übersetzung und Veröffentlichung von Werken aus dem Katalog interessiert sind, kann direkt mit Herrn K.Jayakumar, Thunchath Ezhuthachan Malayalam University, Vakkad, Tirur, Kerala, Indien, (Email:k.jayakumar@gmail.com)  Kontakt aufnehmen und über die Übersetzungs – und Veröffentlichungsrechte verhandeln..

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